Ein Update hat die Website zerschossen, eine wichtige Seite ist weg oder es wurde etwas eingeschleust: Jetzt soll das Backup helfen. Das Zurückspielen ist meist schnell erledigt. Die eigentliche Arbeit liegt davor und danach, denn ein unüberlegtes Wiederherstellen kann neue Daten löschen oder das Problem gleich wieder mitbringen.

Die richtige Sicherung wählen

Nimm nicht automatisch die neueste Sicherung, sondern die letzte, die vor dem Problem entstanden ist. Überlege dafür kurz, wann es angefangen hat:

  • Nach einem Update: die Sicherung direkt vor dem Update. Gute Hoster und Update-Werkzeuge legen dafür vorher automatisch eine an.
  • Gelöschte Inhalte: die letzte Sicherung, in der der Inhalt noch da war.
  • Nach einem Angriff: Hier ist Vorsicht nötig. Schadcode steckt oft schon Tage oder Wochen in der Website, bevor er auffällt. Eine Sicherung von gestern kann ihn also bereits enthalten.

Vor dem Wiederherstellen

Eine Wiederherstellung setzt die Website auf den Stand der Sicherung zurück. Alles, was danach passiert ist, ist anschließend weg. Deshalb vorher:

  1. Den aktuellen Zustand sichern, auch wenn er kaputt ist. So kommst du zurück, falls die Wiederherstellung nicht hilft, und kannst einzelne neuere Daten später herausholen.
  2. Neue Daten retten: Bestellungen, Kommentare, Formulareingänge und Registrierungen seit der Sicherung exportieren oder notieren. Bei Shops ist das der wichtigste Schritt.
  3. Änderungen stoppen: Sag allen Bescheid, die an der Website arbeiten. Bei einem Shop kann ein Wartungsmodus verhindern, dass während der Wiederherstellung neue Bestellungen eingehen.

Alles oder nur einen Teil?

Eine WordPress-Website besteht aus zwei Teilen: den Dateien (WordPress selbst, Theme, Plugins, hochgeladene Bilder) und der Datenbank (Seiten, Beiträge, Einstellungen, Bestellungen, Nutzer). Nicht immer musst du beides zurückholen.

ProblemMeist reicht
Ein Plugin- oder Theme-Update macht ÄrgerNur den Ordner dieses Plugins oder Themes zurückholen
Seite oder Beitrag versehentlich gelöschtErst den Papierkorb und die Revisionen in WordPress prüfen, sonst die Datenbank
Bilder fehlen in der MediathekDen Ordner wp-content/uploads
Einstellungen verstellt, Website als Ganzes kaputtDateien und Datenbank vom selben Zeitpunkt

Wichtig: Dateien und Datenbank gehören zusammen. Wer die Datenbank von gestern mit den Dateien von letzter Woche kombiniert, riskiert Fehler, weil Plugins ihre Datenbank beim Update oft umbauen.

Drei Wege zurück

1. Über dein Hosting

Der einfachste Weg. Viele Hoster sichern Websites automatisch und bieten die Wiederherstellung im Kundenbereich an. Der Vorteil: Das funktioniert auch, wenn WordPress selbst nicht mehr startet und du dich nicht mehr anmelden kannst. Achte darauf, ob dein Hoster dafür extra Geld verlangt und wie lange die Sicherungen aufbewahrt werden.

2. Über ein Backup-Plugin

Plugins wie UpdraftPlus oder BackWPup stellen Sicherungen aus dem WordPress-Admin wieder her. Das setzt voraus, dass du dich noch anmelden kannst. Ist die Website komplett kaputt, musst du WordPress und das Plugin oft erst neu installieren, um überhaupt an die Sicherung zu kommen. Prüfe außerdem, wo das Plugin speichert: Liegt die Sicherung nur auf demselben Server, ist sie bei einem Serverproblem mit weg.

3. Von Hand

Für alle, die gern selbst Hand anlegen oder keine andere Möglichkeit haben:

  1. Dateien hochladen: per SFTP die gesicherten Dateien zurück auf den Server kopieren.
  2. Datenbank einspielen: die SQL-Datei über ein Datenbank-Werkzeug wie phpMyAdmin oder mit WP-CLI (wp db import) importieren.
  3. Zugangsdaten prüfen: Stimmen Datenbankname, Benutzer und Passwort in der wp-config.php noch?
  4. Bei geänderter Adresse: Adressen mit wp search-replace ersetzen. Nicht per Suchen-und-Ersetzen im SQL-Text, denn WordPress speichert viele Einstellungen in einem Format, das dabei kaputtgeht.

Nach dem Wiederherstellen

Geh die Website einmal durch, am besten abgemeldet und in einem privaten Browserfenster:

  • Startseite, wichtige Unterseiten und die Anmeldung aufrufen.
  • Unter Einstellungen → Permalinks einmal auf „Speichern“ klicken, falls Unterseiten mit „Nicht gefunden“ antworten.
  • Alle Caches leeren: Cache-Plugin, Hosting-Cache und den Browser.
  • Kontaktformular abschicken, bei Shops eine Testbestellung durchspielen.
  • Die Ursache abstellen: Das fehlerhafte Update nicht gleich wieder einspielen lassen und automatische Updates für dieses Plugin vorübergehend pausieren.

Nach einem Angriff reicht das Zurückspielen nicht. Ändere alle Passwörter (WordPress, Hosting, Datenbank, SFTP), erneuere die Sicherheitsschlüssel in der wp-config.php und finde die Lücke, meist ein veraltetes Plugin. Sonst ist der Schadcode bald wieder da.

Damit es beim nächsten Mal klappt

Ein Backup ist erst dann gut, wenn die Wiederherstellung funktioniert. Diese Punkte helfen dabei:

  • Automatisch und täglich: Manuelle Backups vergisst man genau dann, wenn man sie braucht.
  • Getrennt gespeichert: Mindestens eine Kopie sollte nicht auf demselben Server liegen wie die Website. Die bekannte 3-2-1-Regel empfiehlt drei Kopien auf zwei unterschiedlichen Speichern, eine davon an einem anderen Ort.
  • Lange genug aufbewahrt: Zwei Wochen oder mehr, damit auch ein spät bemerkter Fehler noch vor einer Sicherung liegt.
  • Einmal ausprobiert: Spiel eine Sicherung probeweise in eine Testkopie ein. Dann weißt du im Ernstfall, wie es geht.