Das Kontaktformular meldet „Nachricht gesendet“, aber im Postfach kommt nichts an. Oder Kunden bekommen keine Bestellbestätigung. Das ist eines der häufigsten WordPress-Probleme, und es ist tückisch, weil niemand eine Fehlermeldung sieht. Meist liegt es nicht an WordPress selbst, sondern am Weg, den die Mail nimmt.

Wie WordPress Mails verschickt

WordPress übergibt jede Mail an den Server, auf dem es läuft. Ohne weitere Einrichtung nutzt es dafür die einfache Mail-Funktion von PHP. Die Mail verlässt den Server dann ohne Anmeldung bei einem richtigen Mailserver und oft mit einem Absender wie wordpress@deine-domain.de, den es gar nicht gibt.

Für die empfangenden Postfächer sieht so eine Mail aus wie viele Spam-Mails: Sie behauptet, von deiner Domain zu kommen, kann das aber nicht beweisen. Entsprechend landet sie im Spam oder wird gleich abgelehnt.

Die häufigsten Ursachen

  • Der Server verschickt gar nichts: Manche Hoster schalten die PHP-Mail-Funktion ab oder begrenzen sie stark.
  • Der Absender passt nicht: Die Mail gibt sich als deine Domain aus, kommt aber von einem Server, der dafür nicht freigegeben ist.
  • Das Formular fälscht den Absender: Viele Formulare tragen die Adresse des Besuchers als Absender ein, etwa max@gmail.com. Das empfangende Postfach sieht: Die Mail behauptet, von Gmail zu kommen, wurde aber woanders verschickt. So etwas wird oft aussortiert oder abgelehnt.
  • Fehlende Einträge im DNS: Ohne SPF, DKIM und DMARC (dazu gleich mehr) fehlt der Nachweis, dass die Mail echt ist.
  • Plugin-Konflikte: Zwei Plugins, die beide den Versand übernehmen wollen, stören sich gegenseitig.

SPF, DKIM und DMARC einfach erklärt

Diese drei Einträge im DNS deiner Domain beweisen den empfangenden Postfächern, dass eine Mail wirklich von dir kommt:

EintragWas er sagt
SPFDiese Server dürfen Mails im Namen meiner Domain verschicken.
DKIMJede Mail trägt eine digitale Signatur, die zu meiner Domain passt.
DMARCSo soll mit Mails umgegangen werden, die SPF oder DKIM nicht bestehen.

Seit Februar 2024 verlangen Gmail und Yahoo, dass Absender sich auf diese Weise ausweisen. Wer viele Mails verschickt, braucht alle drei Einträge. Microsoft hat 2025 für Massenversender an Outlook-Adressen ähnliche Regeln eingeführt. Eine WordPress-Website ohne diese Einträge hat es dort also immer schwerer.

So findest du die Ursache

  1. Versand protokollieren: Ein Plugin wie WP Mail Logging zeigt, ob WordPress die Mail überhaupt losgeschickt hat. Taucht sie dort nicht auf, liegt das Problem im Formular oder Plugin.
  2. An verschiedene Postfächer senden: eine Testmail an eine Gmail-, eine Outlook- und eine Adresse deiner Domain. Schau auch im Spam-Ordner nach.
  3. Kopfzeilen lesen: In Gmail zeigt „Original anzeigen“, ob SPF, DKIM und DMARC bestanden wurden. Steht dort „FAIL“, weißt du, wo du ansetzen musst.
  4. Absender prüfen: Welche Adresse steht in der Mail als Absender? Gehört sie zu deiner Domain, und ist der versendende Server für diese Domain freigegeben?

Drei Lösungen

1. Über dein eigenes Postfach (SMTP-Plugin)

Ein Plugin wie WP Mail SMTP oder FluentSMTP verschickt die Mails über ein echtes Postfach deiner Domain, mit Anmeldung. Das ist für kleine Websites oft ausreichend. Beachte: Das Passwort des Postfachs liegt dann in WordPress, und viele Mail-Anbieter begrenzen, wie viele Mails pro Tag über ein Postfach gehen dürfen.

2. Über einen Versanddienst

Spezialisierte Dienste für automatische Mails sind auf hohe Zustellbarkeit ausgelegt und bringen Statistiken mit. Sie lohnen sich für Shops und Websites mit vielen Mails, brauchen aber ein eigenes Konto, DNS-Einträge und oft einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

3. Über dein Hosting

Manche Hoster richten den Versand so ein, dass WordPress-Mails ohne Plugin authentifiziert rausgehen. Frag nach, wie das bei deinem Hoster aussieht, welche Grenzen gelten und ob du sehen kannst, was verschickt wurde.

Kontaktformulare richtig einstellen

Egal für welche Lösung du dich entscheidest, eine Einstellung in Contact Form 7, WPForms, Gravity Forms und Co. ist entscheidend:

  • Absender („From“): immer eine Adresse, die zum Versandweg passt, nie die Adresse des Besuchers.
  • Antwort an („Reply-To“): hier kommt die Adresse des Besuchers hinein. So landet deine Antwort trotzdem bei der Person, die geschrieben hat.

Allein diese Umstellung behebt viele Fälle, in denen Formularmails bei Gmail- oder Outlook-Nutzern nie ankommen.